Die Raupen – Attack from below (2011)

April 26, 2011 at 11:34 pm Hinterlasse einen Kommentar

So lautet der Titel meines heutigen Horrorfilms. Minuten vorher schlenderte ich beeindruckt von der Blütenpracht durch unseren Garten und erfreute mich der blühenden Rhododendren, Flieder & Co.

blühender Schneeball

unter dem blühenden Schneeball lauern die Raupen

Als ich mich bewundernd den weißen Schneebällen näherte, sah ich plötzlich, dass viele Blätter nur noch als Gerippe an den Ästen hingen. Irritiert von diesem Anblick ging ich ganz nah ran um den Grund des Übels zu finden, und dann sah ich sie: Hunderte von schwarzen fetten Fressraupen, die sich an der Blattunterseite eingenistet hatten und genüsslich das Grün verspeisten. Und nicht nur das – besonders gierige Exemplare hatten bereits die Blüten angegriffen! Schockiert und wütend bin ich mit einem dieser widerlichen Viecher zum Gartencenter. “Wartet nur ihr fetten eckelhaften Raupen… gleich kehre ich zurück mit der Chemiekeule. Und dann mache ich euch den Garaus.” So dachte ich zumindest.

Was ich dann vom Pflanzendoktor hörte hat mich mehr als erschrocken. Es handelt sich bei den Dingern um den gemeinen Schnellballblattkäfer, bzw. vielmehr um seine Larven. Die Larven fressen zwischen den Blattadern das Gewebe weg, bei starkem Befall können die Blätter völlig skelettiert sein. Nach 4 Wochen Fraßtätigkeit verpuppen sie sich am Boden. Dort schlüpfen nach wenigen Wochen die erwachsenen Tiere. Die Weibchen legen wiederum mehrere hundert Eier. Bääähh…
Und zum jetzigen Zeitpunkt kommt man mit Pflanzenschutzmittel nicht mehr weit. Die effektivste Methode sei das “Absammeln”. Häh? “Manuelles abknipsen aller befallenen Blätter.” Uargh, das meint der doch nicht ernst?? Doch, meinte er. Und er wollte mir partout kein Pflanzenschutzmittel verkaufen. Ob er nicht ein paar praktische Marienkäfer im Angebot habe, die sowas fressen?? Ne, leider nicht.
Wieder zu Hause angekommen habe ich mir erst mal einen Aperol Spritz gemacht. Alkohol desinfiziert schließlich. Dann habe ich mich mit Gummihandschuhen bewaffnet der Pflanze genähert. Ihr hinterhältigen, ekelhaften Raupenlarven - jetzt hat euer letztes Stündlein geschlagen…
Blatt um Blatt habe ich entfernt, doch das Ganze hat mehr als ein Stündlein gebraucht. Und wer mich kennt, weiß, was für eine Überwindung mich diese Aktion gekostet hat! Früher habe ich die Spinnen aus sicherer Entfernung mit dem 1200 Watt Miele Staubsauger entsorgt. Seit wir einen Garten haben, fange ich sie unter einem Glas und entlasse sie danach wieder in die Freiheit. Aber der heutige Horrorfilm war echt nicht zu toppen. Nachdem ich jetzt schon ne halbe Stunde unter der Dusche stand weil es mich überall juckte und ich mir einbildete, dass diese kleinen Monster in meinen Haaren und in meinen Hosenbeinen lauern, hoffe ich, dass sich die ganze Aktion auch gelohnt hat und ich die Schneebälle damit gerettet habe. Eins weiß ich mittlerweile ganz sicher: Gärtner ist definitiv nicht mein Traumberuf.

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Nachtresidenz Tanz in den Mai

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